bahn
Die Lokomotiven der Baureihe 52 - für den Krieg gebaut -
auch im Frieden genutzt - heute Denkmal

Die von George Brinckmann gestaltete neue Ausstellung im Alten Bahnhof Lette dokumentiert mit Bildern, Karten und kurzen Texten, sowie Eisenbahnmodellen die Geschichte der deutschen Lokomotiv-Baureihe 52. Zu sehen sind Original-Lok-Teile, Bildmaterial, Bücher und Originalzeitschriften.

Die Geschichte der Lokomotiv-Baureihe 52, von der gemäß dem so genannten „Führerprogramm“ zusammen mit der Baureihe 42 15.000 Stück gebaut werden sollten, - das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) forderte anfänglich insgesamt sogar 20.000 Loks -, schließlich am 15. August 1942 aber doch nur rund 7.000 bei den Lokomotivfabriken in Auftrag gegeben wurden, ist hochinteressant. Die Kondenslokomotiven der BR 52, von denen insgesamt 178 Maschinen gebaut wurden, werden wegen ihrer Besonderheit im deutschen Lokomotivbau in dieser Ausstellung ebenfalls angesprochen.

Wie viele Maschinen der Baureihe 52 einschließlich der Lieferungen in das Ausland gefertigt wurden, weiß niemand ganz genau. Sicherlich waren es mehr als 6.700. Ihr Verbreitungsgebiet reichte von Belgien und Frankreich bis in die Sowjetunion, von Norwegen bis in die Türkei, wo heute noch einige Exemplare im musealen Einsatz sind.

Die schwerere Baureihe 42, die bereits geplant, aber noch nicht fertig durchkonstruiert war, sollte, nachdem die Fertigungszahlen der Baureihe 52 im Februar 1944 erreicht sein würden, mit 8.000 Stück in Serie gehen und so zusammen mit der BR 52 den Gesamtforderungen des Militärs von 15.000 Lokomotiven entsprechen. Der Verlauf des Krieges, insbesondere die Katastrophe von Stalingrad im Januar 1943, entzog diesen Überlegungen jedoch jegliche Grundlage, so daß bis zum Tag der Kapitulation nur 844 Lokomotiven und bis 1949 aus noch vorhandenen Teilen insgesamt lediglich 1.061 Maschinen der Baureihe 42 gebaut wurden.

In die Betrachtung einbezogen wird auch die Kriegsdampflokomotive der Baureihe 53, die zwar von Borsig geplant wurde, jedoch nicht gebaut wurde, sowie die Baureihe 4290 der Deutschen Bundesbahn.

Die Ausstellung steht unter dem Leitgedanken

Die Lokomotiven der Baureihe 52
für den Krieg gebaut
auch im Frieden genutzt
heute Denkmal

Sowohl im Bildteil mit 14 Schautafeln als auch im Modellbahnteil wird der Bogen gespannt von den Schwierigkeiten des Eisenbahnwesens im Ersten Weltkrieg wegen der Vielzahl der verschiedenen Länderbahnlokomotiven über die völlig unzureichenden Lokomotivbestände der Deutschen Reichsbahn während der Winteroffensive 1941/42 bis hin zum Beginn des Baus der Kriegsdampflokomotive der Baureihe 52.

In einem Abschnitt wird die Entwicklung der BR 52 aus der Einheitslokomotive der BR 50 durch „Entfeinerung“ dargestellt. In einem anderen Abschnitt wird berichtet über die Entwicklung des Lokomotiveinsatzes und die Anstrengungen des Baus einer leistungsfähigen Lokomotive in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) bzw. in der DDR durch eine Generalreparatur bzw. Rekonstruktion der Loks der BR 52. Ferner wird erläutert, wie die Deutsche Bundesbahn die Loks der BR 52 einsetzte und mit einigen Maschinen experimentierte.

Zum Schluß wird ein Blick geworfen auf die Lokomotiven, die nach dem Zweiten Weltkrieg in den ehemals besetzten Gebieten verblieben und auf Lokomotiven bei Eisenbahn-Museen und Eisenbahn-Vereinen. Der Lebenslauf „unserer Lok“ 52 8185 zur Museumslokomotive im Eisenbahnmuseum Alter Bahnhof Lette schließt die Darstellung über die Kriegslokomotive ab.

Manchen mag die Baureihe 52 als verabscheuungswürdiges Instrument des Krieges erscheinen, der zu viel Unrecht und Unheil führte. Andere hingegen äußern Anerkennung über eine gelungene Lokomotive, die trotz ihrer nicht mängelfreien Massenproduktion nicht nur fünf Jahre, sondern inzwischen über 65 Jahre große Arbeitsleistungen erbrachte. Die Lokbaureihe 52 wird auch heute noch gerne vor Touristikzügen eingesetzt und vielerorts als Denkmal geschätzt und gepflegt.

Das Eisenbahnmuseum und die Ausstellung „Die Baureihe 52“ sind geöffnet an folgenden Sonntagen (15-18 Uhr):

28.11.2010, 02.01.2011, 06.02.2011, 06.03.2011, 03.04.2011 (Ostern), 01.05.2011, 02.06.2011, 03.07.2011, 07.08.2011, 04.09.2011 und 02.10.2011 (letztmalige Öffnung),

sowie für Gruppen auf Anfrage (02541/6986 Wilhelm Farwick)

Eine Veranstaltung des Eisenbahnfreunde-Vereins „Alter Bahnhof Lette (Kr Coesfeld)“

Tel. (02541) 6986. email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. homepage: www.bahnhof-lette.de

 



 
Nächste Veranstaltungen
Werbering Partner Lette
Banner
Wetter in Lette
Routenplaner

Gemeinde Lette
Coesfelder Straße
48653 Coesfeld-Lette
Das Modul ZIT!Google® Routenplaner wurde erstellt von Ziegert IT und wird gesponsert vom Hotel Brunner.

Stadt Coesfeld